Die beste Reisevorbereitung für Autofahrer sind für mich die Karten des ADAC, die Ihnen kostenlos zur Verfügung stehen. Sie sind eine vorbildliche Hilfe für die Besichtigungen der baltischen Städte. Die wichtigsten Daten sind kurz und ausreichen beschrieben. Dies gilt für die Mitglieder des ADAC. Klicken Sie hier wenn Sie Mitglied werden wollen.
Im Baltikum ist alles versammelt was in anderen Gegenden Europas so nicht zu erleben ist. Es sind die sehr unterschiedlichen Hauptstädte, das mittelalterliche Tallinn, die Jugenstilmetropole Riga und Vilnius als barocker vom Katholizismus und Polen geprägter Ort, das Rom des Baltikums.
Kilometerlange Sandstrände mit dem feinsten Sand der Ostsee - menschenleer -. Die Seebäder laden zum Badeurlaub ein. In den Städten spürt man südländische Lebenslust. Im Inland jedes einzelnen Staates gibt es Landschaften voll unberührter Natur. Es ist die Gegend des deutschen Ritterordens, der Hanse mit ihrer Blütezeit des Handels, der wechselnden Geschichte über die Herrschaft an der Ostsee. Dänen, Schweden, Preussen, Russland und jeder hat seinen Einfluss so zur Geltung gebracht, das er noch heute überall zu spüren ist.
Die Geschichte der Gilden im Mittelalter, die Ihren Einfluss auf alle drei Länder hatten. Jahrhundertelang war es den Esten, Letten und den Litauern nicht erlaubt innerhalb der Stadtmauern zu wohnen. Sie durften selbst Häuser aus Stein nicht errichten. Die Mitgliedschaft in den Gilden war nicht erlaubt und damit verbunden war ein Verbot ein Handwerk auszuüben. Die meisten waren leibeigene Bauern. Erst im 19.Jahrhundert wurde die Leibeigenschaft in Estland, Livland und Kurland aufgehoben. In den baltischen Ländern spielte die ländliche Volkskunst eine überragende Rolle. Die städtische Kultur war jahrhundertelang von einer fremden Oberschicht, den Deutschbalten geprägt worden. Eine Unabhängigkeit leistete sich das Herzogtum Kurland im 18.Jh. eine riesige Flotte und Kolonien. In Tobago erinnert die Courland Bay an die baltische Kolonialherrschaft. Gegen Ende de 18.Jh im Zuge der polnischen Teilungen fiel Kurland und Litauen an Rußland.
Die Singende Revolution war ein ungewöhlicher Unabhängigkeitskampf der Esten, Letten und Litauer gegen die Sowjetunion. Sängerfeste spielten als Manifestation nationaler Eigenständigkeit im 19. und 20.Jh. eine sehr grosse Rolle. Sängerfeste sind immer noch Feste, die mit Inbrunst gefeiert werden. 10.000 Balten kommen zusammen um 1.000 Sängern zuzuhören, die in Ihren Landestrachten ihre Volkslieder singen. Wer Literatur liebt und etwas aus der Zeit des Stalinismus erlesen möchte, dem empfehle ich das Buch: "Der siebte Friedensfrühling" von Viivi Luik eine sehr nahe gehende Schilderung dieser Zeit aus der Perspektive eines Kindes.
Die Geschichte der Länder sollte man als Europäer kennen. Eine besondere Bevölkerungsgruppe gibt es auch noch, scherzhaft Aliens mit einem grünen Aliens Passport. Es sind russische Mitbürger, die nicht die Sprache der einzelnen Länder sprechen oder sprechen wollen, auch eine detaillierte Prüfung nicht ablegen und sich zum Russischen bekennen. Aufenthaltsrechte werden garantiert aber der Pass ist grün und man hat noch den russischen Pass. Die Prüfung betrifft die Sprache und die Geschichte des Landes, die Fragen zu beantworten ist nicht schwer, wenn man dort lebt.
Es gibt viele Möglichkeiten der Anreise. Jede Hauptstadt des Baltikums hat einen internationalen Flughafen und die europäischen Billigflieger haben alle diese Plätze in ihre Flugpläne eingeschlossen. Per Taxi oder Bus kommen Sie jeweils zu den Zentralen Busbahnhöfen ins Zentrum der Städte oder direkt vor ein Hotel, dass Sie sich aus den unendlich vielen Angeboten im Internet aussuchen können. Machen Sie sich ein Bild der Hauptstädte und entscheiden Sie, welche ist für Sie die Schönste. Für mich waren es Riga und Tallinn.
Die Anreise über die Ostsee ist aus Deutschland bei Reisen mit dem Schiff sehr einfach, Sie steigen mit Sack und Pack und Wagen in Kiel, Lübeck, Rostock oder Sassnitz in die Fähre und in Lettland wieder aus. Es ist kein Visum nötig, es genügt ein Reisepass oder auch ein Personalausweis. Für das Auto sollten Sie die grüne Versicherungskarte auf der alle drei Länder verzeichnet sind dabei haben.
Liepaya ist die Stadt der Linden ( lettisch liepa "Linde"), die seit dem Stadtrecht von 1625 dort stehen und immer neu angepflanzt werden. Die Sage erzählt, dass in Liepaja der Wind geboren wird, denn dort herrscht meistens stürmisches Wetter.
Besichtigen Sie in Liepaja die Heilige Dreifaltigkeitskirche, die der bedeutendste evangelische Barockbau in Nordosteuropa ist. Im Innern ist besonders die Orgel beeindruckend, die bis 1912 die größte der Welt war. Lassen Sie sich von der Klanggewalt, die durch mehr als 7.000 Orgelpfeifen, 131 Register und vier Manuale zustande kommt, beeindrucken. Ein sonntägliches Konzert ist ein ungeheures Erlebnis für Orgelmusikliebhaber. Von Liepaja haben Sie die Qual der Wahl, entweder an der Küste entlang über Ventspils und Talsi, die lettische Schweiz nach Jurmala zu fahren, durch eine waldreiche Landschaft oder aber über Kuldiga, wo Sie einen der breitesten Wasserfälle Lettlands und Europas, den Venta Rumba sehen. Er ist aber nur 2 Meter hoch, sodaß man höchstens von einer Stromschnelle sprechen kann. Den besten Blick hat man von einer der längsten Ziegelbrücke Europas 165 m , die 1873 erbaut wurde.
Sie sollten das Kurland bis Jelgava (Mitau) durchqueren. Diese Stadt war die Hauptstadt des Widerstandskampfes gegen die sowjetische Besetzung nach dem 2. Weltkrieg. Die Aufarbeitung dieser Nachkriegsgeschichte hat gerade erst angefangen. Wenn Sie etwas über das Ende des 2. Weltkrieges und das Schicksal der Kurlandarmee lesen wollen dann hier. Jelgava oder Mitau ist die alte Hauptstadt der Region Semgallen an der Lielupe einem Fluss parallel der Ostseeküste, der weiter nördlich Jurmala wie auf einer Nehrung von der Ostsee trennt. In Jelgava residierten die Kurländischen Herzöge vom 16. - 18.Jh. Das Herzogschloß wurde 1738 von einem italienischen Archtekten und Baumeister des Petersburger Winterpalais erbaut. Die beiden berühmtesten Schlösser des Landes liegen weiter flußaufwärts. Rundale ist eine barocke hufeisenförmige Anlage mit mehr als 130 Zimmern und Säälen. In der Küche unter der kleinen Galerie konnten gleichzeitig 8 Schweine über dem Feuer gebraten werden. Der Audienzsaal wurde von italienischen Künstlern mit blauem und rosa Stuckmarmor und Stuckreliefs ausgekleidet. Im Schlosspark sollen einmal über 300.000 Linden gestanden haben. Die gesamte Anlage wude von 1999 an umfassend restauriert. Das zweite Schloss Mezotne liegt auf dem anderen Flußufer und ist ebenfalls ein Barockbau mit einem beeindruckenden Kuppelsaal. Ein englischer Landschaftspark umgibt den Bau.
Von Jelgava fahren Sie nach Norden und kommen endlich an die Küste der Ostsee nach Jurmala. Der Strand ist zwar nur 100 m breit dafür aber 32 km lang , feinster Badestrand. Es ist die Badewanne Rigas. Voller Leben und Menschen aus ganz Europa tummeln sich hier: alle sind offen, freundlich und herzlich, für jedes Gespräch zu haben. Es ist ein flacher Strand und Sie können sehr weit in die Ostsee hineingehen. Die Oberfläche des Wassers ist sehr warm aber darunter sehr kalt. Vorsicht ist geboten. Die Wasserqualität ist nicht besonders gut. Wenn Sie genug gebadet und in der Sonne gelegen haben, dann fahren Sie abends in 20 Minuten per Bahn oder PKW nach Riga und stürzen sich in das Nachtleben. Ich habe sehr gerne im Hotel Laine übernachtet, 5 Minuten von der Altstadt und der City entfernt ruhig, preiswert und gute Küche. Sie haben aber eine riesige Auswahl an Hotels in der Stadt.
Riga ist so voller Leben, dass Sie Ihre Besichtigungen in der Altstadt beginnen. Klettern Sie auf den Turm der Petrikirche 135 m hoch. Der Fahrstuhl geht bis 72 m Höhe und Riga liegt zu Ihren Füssen. Verschaffen Sie sich einen Überblick. Neben dem wieder aufgebauten und restaurierten Schwarzhäupterhaus (Hier wohnten zur Hansezeit die unverheirateten Kaufleute) lassen Sie nicht das Besatzungsmuseum daneben aus. Gehen Sie nach Links zum Dom. Auf dem Platz vor dem Dom finden Open-Air Festivals statt. Chöre aus den drei Ländern gaben dort Konzerte, ein Grand-Prix-d'Eurovision mit den Sängern aus Europa fand hier statt, Popgruppen aus Europa und Übersee haben hier gespielt. Man weiß wie man feiert. Setzen Sie sich vor die Restaurants gleich daneben und hören Sie sich Konzerte von Popgruppen an. Schräg gegenüber ist ein japanisches Restaurant für Sushi, daneben das Lido ein selfservice Restaurant mit Spezialitäten international und lokal, um die Ecke zur Innenstadt haben Sie ein Restaurant für Kartoffel-spezialitäten, wer Pizza liebt geht eine Ecke weiter und wem das noch nicht genügt, kann sich unter das Zeltdach im Zentrum setzen und Essen, Bier trinken, zuschauen und mitmachen, wie man Spaß hat. Sie sitzen hier genau gegenüber der Großen und der kleinen Gilde. Die Große Gilde vereinte die deutschen Kaufleute, dieses Gebäude war ursprünglich ein Franziskanerkloster. Das Refektorium der Mönche ist heute der Konzertsaal der Philharmonie. In der 1521 eingerichteten Brautkammer verbrachten die frisch getrauten ihre Hochzeitsnacht. Die kleine Gilde daneben ist ein neugotisches Bauwerk aus dem 19.Jh. mit einem besuchenswerten Garten-café. Einige Schrittlängen weiter am Ende des Walls ist für Café Freunde, ein echtes französisches Bistro mit hervorragendem Kaffee und Kuchen, wie in Paris. Sie können Zeitung lesen, nur Wasser trinken oder alles was Sie in Paris schon gegessen und getrunken haben. Wer Mc-Donald liebt, dem wird 50 Meter weiter mit Blick auf den Park und die Freiheitsstatue auch geholfen. Wenn Sie dann noch nicht genug haben gehen Sie dem Parkhotel aufs Dach und beenden den Abend erstmal, denn Hotel Laine ist um die Ecke.
Wenn Sie ein Opernliebhaber sind, dann sollten Sie sich dieses Haus von Weltrang nicht entgehen lassen. Buchen Sie einen Besuch einer Aufführung bereits von zu Hause im Internet hier.
Sie sollten einen Tag völlig unbeschwert einen Gang über den Markt unternehmen, kämpfen Sie sich durch die fünf Markthallen hinter dem Bahnhof. Diese Hallen sind ehemalige Zeppelinhallen und trotz ihrer riesen Ausmaße stets überfüllt. Jede Ware hat ihre eigene Halle, Milchprodukte, Fleisch, Backwaren und Obst und viel Fisch. Drumherum sind die Händler für Schallplatten, Cd's, DVD's, Klamotten, Schuhe, Küchengeräte, Werkzeuge und Elektrogeräte. Es gibt hier alles. Gemüse ist jeden Morgen frisch und ist meistens bis Mittags ausverkauft. Hinter diesen Hallen steht ein Hochhaus, die Akademie der Wissenschaften, das im Moskauer Zuckerbäckerstil erbaut wurde. Hier war 1941 das jüdische Viertel. Heute ist es das Moskauer- viertel, da die Bewohner fast alle russischen Ursprungs sind. Ein Viertel, daß noch einen ländlichen morbiden Charakter hat. Hier sieht man kaum Touristen. In der Jesuskirche, die aus Holz erbaut wurde, findet jeden ersten und dritten Sonntag im Monat um 12,30 Uhr ein deutscher Gottesdienst statt.
Machen Sie eine Rundreise durch Riga, dann fahren Sie Strassenbahn es ist unvergleichlich preiswert. Fahren Sie in den Zoo, der liegt an einer Endstation, es lohnt sich, denn der liegt in einem der exclusivsten Stadtteile von Riga. Dorthin können Sie auch mit einer Schiffsreise ca 1 1/2 Stunden mit einem Ausflugsschiff schippern. Es geht direkt aus der Innenstadt vom Daugavaufer los. Sie fahren durch den Hafen an Rigas Ufern vorbei und kommen direkt in der mondänsten Wohngegend an.
Eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt ist ein Automuseum am östlichen Stadtrand. Man muss wissen, daß um die Jahrhundertwende in Riga Fahrräder und Mopeds hergestellt wurden. Später kamen Autos hinzu den Russo-Balt-Pkw einen ersten in Serie gefertigten Wagen der Zarenzeit. In den dreißiger Jahren hat Ford in Riga Autos montieren lassen. Die Rigaer Automobilfabrik baute nach dem Krieg einen Minibus, der sich in Russland ziemlicher Beliebtheit erfreute. Das älteste Ausstellungsstück des Museums ist ein ist eine Daimler Motorkutsche von 1886. Das neueste Fahrzeug ist der Jagdjeep von Honnecker.
Besuchen Sie die Städte Sigulda und Cesis. Sigulda und Umgebung ist für sportliche Aktivitäten ausgerüstet. Im Sommer für Wasserwanderungen in die Umgebung, mit Rafting, Paddeln und Baden. Im Winter zum Skilaufen und auf der Bobbahn die weltmeisterlichen Abfahrten beobachten. Im Sommer dürfen Sie mit einem Räderbob die Strecke herunterrasen. Für die besonders Mutigen gibt es eine Urkunde. Auf der Plattform vor der Startanlage sehen Sie sich die Umgebung an. Sie haben einen grandiosen Ausblick über die gesamte rustikale Landschaft.
Cerne-4you.de ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht wurden.