Sie können sich mit dem öffenlichen Bus, mit eigenem Auto oder mit dem Fahrrad alle Gebiete in Estland erschließen. Die Eisenbahn spielt keine große Rolle. Sie kommen meistens, sofern Sie nicht über Polen, Litauen und Lettland über Land angereist sind, in Tallinn mit der Fähre an. Dies ist am Einfachsten und ohne Stress. Sie fahren aus Deutschland von Travemünde oder Rostock los und kommen ausgeruht in Tallinn an. Es ist kein Visum nötig, es genügt ein Reisepass oder auch ein Personalausweis. Sie sollten aber die grüne Versicherungskarte für Ihren Wagen, in der die baltischen Staaten vermerkt sind, immer mitführen.
Jedoch ist die Nähe zu Finnland der große wirtschaftliche Vorteil der Esten seit 1991 gewesen. Ein kleines Land, dass im elektronische Zeitalter angekommen ist. Sie können per Handy ihre Bankgeschäfte abwickeln, Straßenbahnfahrkarten während der Fahrt per Handy zahlen, Parlamentswahlen per internet durchführen und noch vieles mehr. Ich habe vormittags Geld nach Deutschland überwiesen und konnte nach zwei Stunden darüber in Hamburg verfügen. Machen Sie das einmal in Deutschland und Sie erleben eine Pleite nach der anderen, erst nach etwa drei Tagen haben Sie ihr Geld auf dem Konto. Alles können Sie per Web erreichen, sogar Plenarsitzungen der Regierung finden online statt.
Möglichkeiten aus Schweden nach Estland zu kommen, wenn Sie dort Urlaub machen, mit Fähren von StockholmoderKapelleskär nach Paldiski. Paldiski wurde erst spät nach 2001 als Fährhafen ausgebaut und war ein sowjetischer Marine Stützpunkt zum jetzigen Zeitpunkt ist hier die estnische Marine stationiert. Dieser Hafenplatz hat den Vorteil, dass er im Winter nicht einfriert.
Über sehr gut ausgebaute Strassen durch Keila kommen Sie dann nach Tallinn. Sie fahren durch eine Waldreiche Gegend und an den Hinterlassenschaften der ehemaligen Sowjetunion vorbei.
Sie sind ganz weit im Westen Estlands angekommen und wer nicht sofort nach Tallinn in die Hauptstadt will, der könnte gleich um die Ecke nach Haapsalu an die Küste fahren. Dieser Ort ist ein Badeort mit einem sehr warmen Klima. Hier haben die Kuranlagen schon illustre Gäste aufgenommen. Tschaikowski soll hier in seinem Sommerquartier seine 6. Sinfonie komponiert haben.
In der Stadtmitte befindet sich die Ruine der Stadtmauer mit der Bischofsburg von enormen Ausmassen. In den Sommermonaten finden hier Festivals statt. In der Kirche inmitten der Ruine soll sich eine weiße Frau an einem hohen Fenster gezeigt haben. Diese Nachricht hat für einen Ansturm von Touristen geführt, man hat sie aber soviel ich weiß noch nicht wieder gesehen.
Das estnische Eisenbahnmuseum mit richtig altem Material ist in der Altstadt gleich daneben und ein Wallfahrtsort für Eisenbahnenthusiasten.
Haapsalu ist einer der Ausgangspunkte für den Besuch der estnischen Inseln, Vormsi und Hiiuma, die Ihnen einen Eindruck der Schwedischen Einflüsse an der Küste vermitteln, das gleich gilt für Muhu, dass über einen Damm aus dem 19. Jahrhundert , mit Saarema verbunden ist.
Weiter südlich liegt Pärnu eine Industriestadt, von dort über Virtsu können Sie die Inseln Saarema und Muhu per Fähre erreichen. Nach Tallinn sind es über die gut ausgebaute E67 120 km auf flacher Strecke.
Tallinn kündigt sich schon von weitem an. Die Turmspitzen der Kirchen und die Kuppelbauten der Alexander Nevski Kathedrale aus dem späten 17. Jahrhundert. Diese Kirche ist eine exakte Kopie der russisch-orthodoxen Kirche in Helsinki. Die Kathedrale befindet sich direkt gegenüber dem Toompea Schloss aus dem 13. Jahrhundert. Es ist das estnische Parlamentsgebäude und nicht zu besichtigen. Der Turm in der Südwestecke ist der Lange Herrmann von 1371 und eines der Wahrzeichen Tallinns. Mit dem Bau des gotischen Doms wurde bereits im 13.Jh. begonnen. Sehenswert sind die Grabdenkmäler unter anderen das schwedischen Heerführers Pontus de la Gardie und den Weltumsegler Adam Johann Krusenstern. Die Südostecke des Dombergs nimmt der Kanonenturm "Kiek in de Kök" ein. Dieser Name stammt von einer Vorschrift, vor der Reformation war Sonntags das Feuermachen im Herd verboten und hier saßen die Kontrolleure, die die Küchen der Altstadt im Blick hatten. Wenn Sie von der Terasse Richtung Hafen blicken, fällt Ihnen die die gotische Olaikirche mit ihrem 124 m hohen Turm auf. Für die Seeleute war dies ein Seezeichen, denn 1449 - 1625 war dieser Turm sogar 159 m hoch und neben dem Ulmer Münster das höchste Bauwerk der Welt. Sie können direkt an der Talliner Bucht rechts im Hintergrund den Sängerfestplatz mit einer riesigen Muschel sehen. Hier kam es während der "singenden Revolution" zu bewegenden Bekundungen estnischen Unabhängigkeitswillen gegen die sowjetische Herrschaft.
Vom Domberg blicken Sie direkt Richtung Hafen und können die Ankunft von Traumschiffen und Fähren beobachten. Von den Mauern um die Ecke können Sie direkt zum Hafen die Treppen hinunter laufen und in dem ganzen Hafengelände einkaufen. Viele Finnen sind wegen des Bieres hier und schleppen dieses kisten-weise nach Hause. Die Schnellfähren aus Finnland sind in einer Stunde über die Ostsee gekommen und bringen die Besucher beladen mit günstigen Alkoholika wieder nach Helsinki zurück. Es erinnert an die Butterfahrten an der Küste zwischen Kiel und Rostock.
Fahren Sie mit der Strassenbahn, um sich einen Überblick zu verschaffen, Sie fahren an allen Plätzen vorbei, deren Besichtigung sich lohnt zum Beispiel an einer Endstation liegt das SchlossKadriorg und am anderen Ende die Gegenwart, wie sie von der Sovjetunion hinterlassen wurde, die Schäden sind noch nicht vollständig beseitigt. Tallinn hat ein ausgezeichnetes Nahverkehrssystem mit 4 Strassenbahnlinien und zwischen 6 und 22 Uhr ist mindestens alle 10 Minuten eine Bahn erreichbar. Oberleitungsbusse treffen sich mit der Bahn am zentralen Platz mit dem Hotel Viru im Herzen von Tallinn. Die Besichtigung der Altstadt ist zu Fuss ohne Stress möglich. Von hier aus können Sie sowohl die Unterstadt als auch die Oberstadt besichtigen.
Lesen Sie über die Hauptstadt von Estland Tallinn und wie kam der Name Reval in diese Stadt. Etwas über die Geschichte der Stadt und vieles mehr. Gehen Sie ins Zentrum vor das Rathaus bewundern Sie den Großartigen Aufbau des Stadtzentrums. Geniessen Sie die lauen Sommerabende in grosser Gesellschaft vor den unterschiedlichen Restaurants mit Bier und viel Gesang.
Meine Empfehlung ist ein Restaurant, das 2001 eröffnet wurde und wie ein umge-stürztes Boot direkt am Ufer liegt. Es ist leicht über die Küstenstrasse am Olympiazentrum vorbei ausserhalb von Pirita zu erreichen. Als Segler sollten Sie sich die Marina des Olympiazentrums anschauen. Von Finnland kommen jeden Tag Segler an. Sollten Sie sich weiter nach Osten wenden, gehen Sie auf den Fernsehturm und überblicken Sie die gesamte Umgebung von Tallinn.
Fahren Sie nach Kaberneeme ans Meer, dort sitzen Sie direkt an der Ostsee und speisen fürstlich, Lachs und andere Meeresfrüchte aus Estland, denn die Quelle ist direkt vor Ihnen. Sie können dort segeln, sport treiben oder faul im Sand liegen.
Übernachten Sie dort und am nächsten Tag können Sie entlang der Küste über Kohtlajärve an einer Steilküste entlang bis Narva fahren. Besuchen Sie diese Stadt mit ihrem russischem Charakter, 90% russische und 10% estnische Bewohner. Es ist eine Grenzstadt, mit dem Übergang nach Russland. Es dominieren zwei Burgen, die Hermannsfeste auf estnischer Seite und die Burg Iwangorod auf der russischen Seite. Seit 800 Jahren bildet der Grenzfluss hier die Grenze zu Russland.
Die Dänen hatten im 13. Jahrhundert eine Burg errichtet, die im 14.Jahrhundert an den Deutschen Orden verkauft wurde. Der Russlandhandel der Hanse lief über Tallinn und Narva nach Novgorod. Die Stadt war jedoch von Reval abhängig, die Steuerprivilegien und der Handel mit Novgorod waren ein Grund den direkten Seehandel mit Narva aufzunehmen. Im 15. Jahrhundert wurde die Festung Ivangorod von Zar Ivan III. errichtet, um einen Anspruch auf den Ostseezugang zu unterstützen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Stadt im Plattenbaustil wieder aufgebaut. Das alte barocke Zentrum war völlig zerstört worden.
Das Inland des östlichen Estland entlang des Peipsi pärv (ein grosser See zwischen Russland und Estland) über Mustavee entlang der Badestrände im Norden des Sees bis Kallaste. Es ist eine Badereise wert. Das westliche Ufer ist nicht so leicht zugänglich. Schlfbedeckte Landschaft mit Mooren. Auf diesem See gab es eine Schlacht während der Winterzeit mit dem Ritterorden, deren Heer mit Mann und Maus durch das Eis brach und viele Reiter untergingen. Man kommt in Tartu einer kleinen aber feinen Universitätsstadt an. Bis Mitte des 19ten Jahrhundert mussten Sie noch Deutscher werden, um an der Universität in Dorpat (Tartu) studieren zu dürfen. Es ist das Gebiet des Ritterordens, der Kirchengründungen und einer der ältesten Universität des Ostseeraumes. Wenn Sie durch die kleineren Städte nach Tallinn zurückfahren, treffen Sie immer wieder auf Backsteinkirchen aus dieser Zeit. Viljandi einer der Hauptorte und der höchste Platz der Gegend. Paide und Rakvere Die ältesten Städte im Norden von Estland. Der Gutshof Palmse am Lahemaa Nationalpark ist sehenswert und der Nationalpark ist eine der schönsten Gegenden an der Ostsee im Norden Estlands. In Gut Sagadi und auf dem Gutshof Palmse gibt es Übernachtungsmöglichkeiten. Für Reiter gibt es Reiterhöfe in denen man sich Pferde ausleihen kann, um auszureiten und die Landschaft zu erkunden.
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